Pulled Pork Gasgrill

Pulled Pork Gasgrill

Du bist begeisterter Hobby Griller, du hast Pulled Pork schon einmal auswärts probiert und möchtest nun ein ganz eigenes Pulled Pork vom Gasgrill zaubern? Dann bist du hier genau richtig. Ich zeige dir per Anleitung mit Rezept und Checkliste, wie du ganz einfach ein tolles Pulled Pork auf dem Gasgrill zubereitest – mit Gelinggarantie! Ob Saucen und Rub, Flüssigkeit und Marinierspritze oder das notwendige Equipment zum Räuchern auf dem Gasgrill, hier erfährst du ganz genau, was du wann benötigst und wie du es nutzt.
Natürlich lernst du hier auch alles zur Garraum- und Kerntemperatur und was es eigentlich mit der mysteriösen Plateauphase auf sich hat, von der du vielleicht schon einmal gehört hast.

Das, und vieles Weitere hat nur ein übergeordnetes Ziel, nämlich das du ein tolles Grillergebnis erzielst mit dem du dich und deine Gäste begeisterst.

Pulled Pork auf dem Gasgrill – Kurze Anleitung auf einem Weber Gasgrill

Was ist Pulled Pork eigentlich?

Pulled Pork ist ein über längere Zeit bei niedriger Temperatur gegartes Stück Schweineschulter oder Schweinenacken und ein Bestandteil der heiligen Dreifaltigkeit des amerikanischen Barbecue. Es gilt als eine Königsdisziplin und gehört in den USA zu einem gepflegten BBQ dazu.

Doch auch in Deutschland wird Pulled Pork immer beliebter und zurecht wagen sich auch Hobbygriller an diesen BBQ Klassiker, denn wenn man einige Dinge beachtet, ist es auch kein Hexenwerk.

Ein Pulled Pork gart bei einer Grilltemperatur bzw. Garraumtemperatur von ca. 110 Grad so lange, bis es eine Kerntemperatur von ca. 94 Grad hat und zusammen fällt. Dies ist natürlich kein Fehler, sondern absolut gewollt, denn das langsame Grillen bei niedriger Temperatur sorgt dafür, dass sich das Eiweiß Kollagen im Bindegewebe auflöst. Diese Prozedur nennt sich Hydrolose und lässt das Fleisch so weich und zart werden. In Amerika wird das Pulled Pork häufig auch auf einem Smoker oder Kohlegrill zubereitet.

Ein Pulled Pork vom Gasgrill

Welches Fleisch benötige ich für ein Pulled Pork auf dem Gasgrill?

Das Fleisch auf dem Gasgrill unterscheidet sich nicht von dem in einem Smoker. Auch hier sollte Schweineschulter oder Schweinenacken genutzt werden. Die Wahl ob Nacken oder Schulter hängt davon ab, was man persönlich lieber mag. Meiner Erfahrung nach ist ein Stück vom Nacken minimal zarter und saftiger, als von der Schulter. Beide Stücke sind aber definitiv gleichermaßen gut geeignet. In der Rubrik Fleisch findest du alles, was du für das richtige Pulled Pork Fleischstück benötigst.

Pulled Pork auf dem Gasgrill gemacht

Schweinenacken oder Schweineschulter für das Pulled Pork und mit oder ohne Knochen?

Auch das ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Ich habe alle Varianten getestet und konnte geschmacklich keine großen Unterschiede feststellen. Ebenso ließen sich alle Varianten mit meinem Rezept und der Pulled Pork Anleitung super pullen. Ein Stück mit Knochen ist in der Regel immer etwas günstiger. Dafür verlängert sich jedoch auch der Garvorgang entsprechend. Du verbrauchst also entsprechend auch etwas mehr Gas. Probiere es einfach aus und ich versichere dir, alle Varianten werden hervorragend schmecken.

Pulled Pork Schweinenacken

Funktioniert Pulled Pork auf dem Gasgrill?

Absolut und diese Art zu Grillen hat sogar entscheidende Vorteile gegenüber den anderen Varianten Kohlegrill, Smoker oder Backofen. Ein Pulled Pork wird bei einer konstanten Temperatur von ca. 110 – 130 Grad gegart, bis es eine Kerntemperatur von ca. 92 – 94 Grad erreicht. Dies lässt sich mit dem Gasgrill viel einfacher regeln, als mit einem Smoker oder einem Kohlegrill. Der Kohlegrill braucht zudem auch eine gewisse Zeit, bis er die gewünschte Temperatur erreicht hat und die Garraumtemperatur über einen längeren Zeitraum konstant hält. Gerade wenn es in Richtung Plateauphase geht verschätzen sich einige auch gerne mal mit den Briketts und müssen nachlegen. Das ist beim Grillen mit Gas logischerweise einfacher. Du machst die Brenner an, die Flamme bleibt konstant und kannst nach kurzer Zeit direkt loslegen.

Darüber hinaus ist der Gasgrill vielseitiger einsetzbar, als beispielsweise ein Smoker. Der Smoker hat zwar den Vorteil, dass er dem Fleisch einen tollen Rauchgeschmack verleiht, doch auch hier muss sich der Gasgriller nicht verstecken. Gasgrill Hersteller wie z.B. Weber machten sich ernsthafte Gedanken, wie auch Besitzer eines Gasgrills ein kräftiges Raucharoma für ihr Grillgut erzeugen können. Die Lösung für einen leckeren Rauchgeschmack heißt Räucherbox. Eine mit Räucherchips bzw. Holzchips gefüllte Räucherbox gibt dem Fleisch einen ordentlichen Rauchgeschmack und führt zu einem geschmacklich noch besseren Grillergebnis. Die Holzchips werden hierfür ca. eine Stunde vor dem Grillen in Wasser gelegt und anschließend in die Box gegeben. Danach platzierst du die Räucherbox samt den Holzchips auf dem Brenner bzw. ganz nah an die Flamme, sodass sie erhitzt wird und sich die Rauchbildung entwickelt.

Natürlich können so auch weitere Barbecue Klassiker wie Pulled Beef, Spareribs oder Beef Brisket geräuchert werden.

Du möchtest auch dem Grillgut mit Holzchips einen extra Rauchgeschmack verleihen? In der Rubrik Räuchern erfährst du alles zu diesem Thema.

Pull Pork vom Weber Gasgrill

Wie lange dauert ein Pulled Pork auf dem Gasgrill?

Die reine Grillzeit dauert meiner Erfahrung nach zwischen 11 – 16 Stunden. Die Dauer ist dabei vom Fleischgewicht abhängig, aber auch ob es einen Knochen hat. Ein Fleischstück mit Knochen dauert tendenziell immer etwas länger. Außerdem ist darauf zu achten, dass die Grilltemperatur konstant zwischen ca. 110 – 130 Grad bleibt. Eine Erhöhung der Temperatur wird dich zwar schneller zur Kerntemperatur bringen, aber auch definitiv das Grillergebnis negativ beeinflussen. Außerdem sollte die Grillhaube so wenig wie möglich geöffnet werden, damit die Temperatur konstant bleibt. Die Faustregel lautet: Einmal öffnen = 1 Std. länger warten, also stark bleiben und Finger weg.

110 Grad lautet die optimale Grilltemperatur für das Pulled Pork.

Wie viel Gas benötigt ein Pulled Pork auf dem Gasgrill?

Die Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Es greifen mehrere Faktoren wie viel Gas benötigt wird, hierzu gehören das Fleischgewicht, aber auch die Außentemperatur oder ob das Fleischstück mit oder ohne Knochen ist.

Ich benötigte zuletzt ca. 2,8 Liter Gas für einen 3,5 Kilo Schweinenacken bei ca. 23 Grad Außentemperatur. Die Zubereitung sollte aber grundsätzlich immer mit einer möglichst vollen Gasflasche begonnen werden, damit keine bösen Überraschungen auftauchen. Besonders wenn die Plateauphase eintritt, kann die Garzeit schwanken. Hier soll dir natürlich nicht auf halber Strecke das Gas bzw. die Flamme aus gehen. Worauf du sonst noch achten musst, findest du in der Pulled Pork Checkliste.

Kann ich das Pulled Pork auf dem Gasgrill bei der Zubereitung unbeaufsichtigt lassen?

Nein. Du musst zwar nicht permanent dabei stehen, jedoch solltest du häufiger die Garraumtemperatur prüfen. Ein einfaches Beispiel: Du startest im Sommer morgens um 6 Uhr mit dem Barbecue Projekt und gegen Mittag wird die Außentemperatur wärmer. Das kann gerade im Sommer Einfluss auf die Grilltemperatur nehmen und diese ebenfalls erhöhen. Du musst dann entsprechend nachregeln, damit sich die Gasgrill Brenner wieder bei ca. 110 Grad eingependelt. Ein Grillthermometer versorgt dich dabei mit wichtigen Informationen.

Wenn du und dein Grill ein eingespieltes Team seid und die Grilltemperatur stets bei 110 bis max. 130 Grad bleibt, dann brauchst du natürlich weniger häufig kontrollieren. Es gibt jedoch noch die seltene Situation die besonders bei nicht windgeschützten Gasgrills auftreten kann:

Beim low and slow Garen wie bei einem Pulled Pork, arbeiten die Brenner nur mit minimaler Leistung und besonders bei starken Wind kann die Flamme an dem Brenner einmal aus gehen. Passiert zugegebener Maßen nur sehr selten aber wenn, dann keine Panik und safety first! Sollte es dazu kommen, dass die Brenner aus gehen, jedoch die Gaszufuhr weiterhin aktiv ist, dann drehe alle Brenner zunächst aus und warte ca. 10 Sekunden. Öffne nun die Haube und lass das Gas entweichen. Erst danach kannst du sie wieder schließen und die Brenner zünden.

Ein gutes Thermometer ist ein wichtiger Helfer. Es unterstützt dich sowohl bei der Messung der Kerntemperatur, als auch beim Erfassen der Garraumtemperatur. Besonders bei älteren Gasgrills weicht der Temperaturanzeiger auf der Grillhaube oft von der tatsächlichen Grilltemperatur ab. Da du die 110 – 130 Grad konstant halten solltest, kann das ohne ein Thermometer ins Auge gehen.

In der Rubrik Grillthermometer, kannst du dich zu dem Thema genauer informieren. Dort stelle ich auch ein aus meiner Sicht gutes Einsteigermodell vor.

Was kostet ein Pulled Pork auf dem Gasgrill?

Das hängt natürlich davon ab, wie gut du ausgestattet bist. Sollte dein Equipment bereits ausreichen, kannst du im Grunde mit ca. 15 – 20 EUR Kosten rechnen, denn du benötigst eine Gasflasche und ein großes Stück Schweinenacken oder Schweineschulter. Klingt auf den ersten Blick gar nicht so günstig, jedoch solltest du auch bedenken, dass je nach Anzahl der Esser wirklich viele Gäste satt werden. Wer jetzt Angst bekommt, dass es mehrere Tage Pulled Pork gibt, den kann ich beruhigen. Pulled Pork kann man wunderbar einfrieren und in der Rubrik Beilagen zeige ich unterschiedliche Beilagen und Rezepte mit denen es geschmacklich garantiert nie langweilig wird.

Welche Gerwürzmischung benötige ich für ein Pulled Pork?

Es gibt Gewürze, die sich ganz hervorragend für ein Pulled Pork eignen und super mit dem Fleisch harmonieren. Viele BBQ Feinschmecker nutzen praktisch ein Gewürzlexikon und haben meistens eine eigene Mischung, wobei sich die Grundzutaten oft sehr ähneln. Die meisten Pulled Pork Rubs bestehen anteilig aus vielen dieser Zutaten: Paprika Pulver Edelsüß, Meersalz, Brauner Zucker, Knoblauchpulver, Zwiebelpulver, Oregano, geräuchertes Paprikapulver, Cumin, Schwarzer Pfeffer, Chipotle Chilli, Cayenne Pfeffer oder Kreuzkümmel.

Ich selbst mische oft meinen Rub meistens aus eben diesen Zutaten und verändere das Mischverhältnis nach Lust und Laune. Natürlich greife ich aber auch zeitbedingt öfters auf eine fertige Würzmischung zurück und ich kann nur empfehlen, immer eine parat zu haben. Viele sind um ehrlich zu sein wirklich gut und beinhalten Gewürze, die ich im Supermarkt teilweise nur schwer erhalte ( z.B. geräuchertes Paprikapulver). Eine fertige Würzmischung lässt sich natürlich auch für weitere Barbecue Klassiker wie Spareribs, Burger oder das Beef Brisket nutzen und ist somit universell nutzbar.

Wenn du deine Gewürzmischung mit deinen eigenen Zutaten selbst machen möchtest, schau gerne in meine Pulled Pork Anleitung und probiere mein Rezept aus oder hole dir dort Inspiration. Wenn du nicht so experimentierfreudig bist oder nicht alle Zutaten vorrätig hast, kann ich dir besonders Pull that Piggy von Ankerkraut empfehlen. Diese fertige Würzmischung ist zum Grillen mein absoluter Favorit und passt dazu auch wunderbar zu anderen Grillgerichten wie z.B. Spareribs, Grillspieße oder Schweinebraten.

Pulled Pork Rub, die Trockenmarinade

Pulled Pork selber zubereiten oder vorgegart aus dem Supermarkt kaufen?

Das Pulled Pork vom Gasgrill bzw. generelles low and slow cooking ist etwas ganz besonderes. Da steckt Arbeit, Liebe und Zeit drin. Das was uns im Supermarkt angeboten wird, sieht zunächst wie eine interessante Abkürzung aus, hat aber wenig bis gar nichts mit dem tatsächlichen Pulled Pork zu tun. Kaufe dir lieber ein ordentliches Fleischstück und bereite es selber zu.

Fertiges Pulled Pork vom Gasgrill

Schmeckt Pulled Pork aus dem Supermarkt so gut wie ein selbst gemachtes?

Nein und jeder der schon einmal ein selbst gemachtes Pulled Pork zubereitet hat, wird es verstehen. Damit möchte ich gar nicht sagen, dass man ein vorgegartes Pulled Pork wie z.B. Tulip Pulled Pork nicht essen könnte oder es ungenießbar wäre, aber die Fleischkonsistenz, Gewürze und das Raucharoma unterscheiden sich meiner Meinung nach deutlich voneinander. Wenn du dich selbst überzeugen möchtest, kaufe dir ein vorgegartes Pulled Pork aus dem Supermarkt und bereite zum Vergleich ein eigenes selbst zu (z.B. mit meinem Rezept und der Pulled Pork Anleitung).

Pulled Pork mit oder ohne Senf?

Für mich gehört Senf dazu. Er hat vor allem die Aufgabe den Rub zu halten. Jedes Pulled Pork, egal ob im Gas- oder Kohlegrill, dem Smoker oder im Backofen zubereitet, wird immer großzügig mit einer Gewürzmischung eingerieben und diese soll entsprechend haften bleiben und auch in das Fleisch einziehen. Das gilt übrigens auch für die beiden Partner aus der „Holy Trinity“ den Spareribs und dem Beef Brisket. Darüber hinaus harmoniert der Senf auch sehr gut mit dem klassischen BBQ Rub und sorgt für eine super leckere Kruste. Für alle wie mich, die eigentlich gar keine Senffans sind soll gesagt sein, vom klassischen Senfgeschmack bleibt beim Endergebnis nichts mehr übrig und er übertönt auch die Gewürzmischung nicht. Als Empfehlung kann ich dir Dijon Senf nennen, aber du kannst auch jeden anderen wählen.

Pulled Pork mit Senf mariniert

Pulled Pork mit Injection?

Die Injection ist ein kleiner Trick und dient in erster Linie dazu, dein Fleisch saftiger zu machen. Bei meinem ersten Versuch hatte ich noch gar keine Marinierspritze und habe es entsprechend ohne zubereitet. Beim direkten mit und ohne – Vergleich muss ich sagen, dass ein Pulled Pork mit Injection bzw. Flüssigkeit deutlich saftiger und zarter wird. Für mich dient es außerdem auch als eine Art kleiner Helfer, falls der Grill mal unerwartet zu heiß wird und die Gefahr besteht, dass das Fleisch zu trocken wird.

Die Flüssigkeit hat in diesem Zusammenhang jedoch nichts mit dem Mopping zu tun. Es bezieht sich rein auf die Injection, die in das Fleisch gespritzt wird. Beim Mopping wird das Fleisch während es gegart wird immer wieder mit einer Flüssigkeit oder einer Sauce eingepinselt, um dem Fleisch so zusätzliche Feuchtigkeit zu geben. Dies schützt zwar auch vor dem Austrocknen, verlängert jedoch in der Regel auch den Garvorgang. Da ich die gewünschte Kerntemperatur nicht unnötig herauszögern möchte, verzichte ich in meinem Rezept ganz bewusst auf das Mopping. Darüber hinaus ist für viele und dazu gehöre auch ich, die geschmacksintensive Kruste ein absolutes Highlight und diese wird mit dem moppen einfach nicht so knusprig.

Als Injection wird für gewöhnlich eine süße fruchtige Flüssigkeit wie z.B. Apfelsaft oder Ananassaft injiziert. Der Apfelsaft gibt Säure an das Fleisch und macht es etwas mürbe. Dies wirkt unterstützend für den Garvorgang und hilft dabei das Fleisch innen saftig und zart zu machen, während es außen eine schöne Kruste hat. Einige mischen den Apfelsaft auch mit einer Sauce, um dem Fleisch zusätzlichen Geschmack zu verleihen. Als Saucen zum Saft eignen sich besonders gut BBQ Sauce und ein Spritzer Worcestershire Sauce. Alles was du sonst noch zur Flüssigkeit wissen musst, findest du in der Rubrik Marinierspritze.

Pulled Pork Injection mit Marinierspritze